Der Brühler Süden ist bereits heute ein nachweislich gefährdeter Raum für Starkregen und Überflutungen. Ereignisse wie im Juli 2021 und zuletzt 2025 haben gezeigt, wie schnell sich große Wassermengen in kurzer Zeit sammeln und in die Ortschaften abfließen.

Besonders betroffen sind:

  • Badorf
  • Eckdorf
  • Geildorf
  • Schwadorf

Ein entscheidender, bislang oft unterschätzter Schutzfaktor ist dabei das Naturschutzgebiet Ententeich.

Der Ententeich: natürlicher Hochwasserschutz

Das Gebiet liegt auf etwa 145 Metern Höhe und bildet damit den obersten Teil eines Einzugsgebietes, das bis auf etwa 70 Meter in die südlichen Ortsteile abfällt.

Dieses Gelände wirkt wie ein natürlicher Schutzmechanismus:

  • Speicherung von Regenwasser (Retentionsraum)
  • Versickerung im Boden
  • Verzögerung des Abflusses

Das Wasser wird nicht sofort weitergeleitet, sondern:

  • gesammelt
  • verlangsamt
  • teilweise im Boden gespeichert

Der Ententeich und die umgebenden Flächen funktionieren damit wie ein natürlicher Schwamm.

Was passiert bei einer Versiegelung?

Eine Bebauung oder Versiegelung würde diesen Effekt massiv verändern.

Wissenschaftlich belegt:

  • Natürliche Flächen: ca. 10 - 20% Abfluss
  • Versiegelte Flächen: ca. 80 - 95% Abfluss

Das bedeutet: Bis zu 5 - 10 mal mehr Wassser würde sofort abfließen.

Konkrete Folgen für den Brühler Süden

Durch das starke Gefälle würde das Wasser:

  • sehr schnell abfließen (Sturzflut-Effekt)
  • über den Lenterbach in den Dickopsbach gelangen

Der Dickopsbach ist bereits heute als Hochwasserrisikogewässer ausgewiesen.

Das ist besonders kritisch, weil die Komibation aus starkem Höhengefälle (145m → 70 m), zunehmendem Starkregen und bestehenden Risikogewässern zu deutlich mehr Wasser führt.

Der Ententeich ist ein zentraler Bestandteil des Hochwasserschutzes.